Germany’s next Topmodel und die Realität in der Umkleide des Fitnessstudios

So, also, heute wieder in sportlich die Dame. Und als ich mich so aus meinen Sportklamotten schälte und heimlich aus den Augenwinkeln die Figuren der Mitsportlerinnen abcheckte (ja, als Frau macht man sowas, das ist wie Schwanzvergleich auf dem Männerklo) überkam mich ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit.
Abgesehen davon, dass mir die retuschierte Plastikwelt eh schon lange zu den Ohren raushängt, weiss doch inzwischen jeder, dass Photoshop ruckzuck die Dellen wegzaubert und eh nix mehr echt ist, was man so hochglänzend sieht, ging mir nochmal die aktuelle Staffel von Germany’s next Topmodel durch den Kopf.
Fast alles hübsche, sehr schlanke Mädchen, ich sehs mir auch sehr gerne an, nicht neidisch übrigens, ich glaube, dass man die Neidhammelei ab einem gewissen Alter einfach sein lässt. Aber wo mir in der letzten Staffel der Kamm geschwollen ist, war, als bei einem Casting ein platterter Unsympath zur kurvigen, soweit man das von den Modelanwärterinnen sagen kann, Giselle sagte, sie wäre zu fett. BITTE? GEHTS NOCH???? Habe diesem glatzköpfigen Dummbatz gleich eine E-mail geschrieben und ihm wärmstens eine Haar-und Hirntransplantation empfohlen. Habe bis heute keine Antwort erhalten. Humorlos also auch noch ;).
Hm, wo war ich noch gleich, achja, das vorherrschende Frauenbild in den Medien und die Realität in der Umkleide.
Hier sieht man alles, von schlank und durchtrainiert bis vollschlank und schwabbelig, von kurvig bis gerade, glatt und weniger glatt, haarig oder auch nicht. Wies halt so ist in der realen Welt. Ich weiß nicht, vielleicht liegt es an dem Unfall, den ich hatte, aber seitdem habe ich kein böses Wort mehr über meine Dellen am Arsch verloren, weil ich froh bin, überhaupt noch einen zu haben.
Mein Gott, ich bin eine Frau, ich bin 33, es ist mein verdammtes Recht, Dellen und Falten zu haben. Ich mach mich nicht mehr verrückt deswegen, es gilt allein, die Kurven durch gezieltes Tuning in Schach zu halten und ansonsten den Blick auf das zu lenken, was gut geraten ist an der eigenen Person.
Ich war erstaunt, wie mein Körper, das Wunderwerk, sich nach dem Unfall wie ganz von allein wieder zusammengefügt hat, und mich nicht im Stich gelassen hat. Dafür zolle ich ihm Respekt und mäkel nicht an ihm herum. Was einem nicht passt, kann man, so es geht, verändern und den Rest sollte man einfach gut finden. Ich lebe in Frieden mit meinen Dellen, (was die gekostet haben, 33 Jahre Schokolade, das sind ja schon Luxusdellen ;)) und betone meine schönen Seiten. Also, warum ärgern.
Und solltet ihr das nächste Mal wieder mit diesem und jenem hadern, geht in die Sauna oder in die Fitnessumkleide und freut Euch dann über Eure schönen Beine, Hände, Arme oder was ihr auch immer schön an Euch findet.
Hugh, ich habe gesprochen.
Die Fitnessmieze

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