Geschwisterkämpfe

Verehrte Abonnenten, verehrte sonstige Leser,
heute möchte ich mich dem Thema Geschwisterkämpfe widmen, da ich in einem alten Tagebucheintrag das Pringlesdosenexperiment wiedergefunden habe.

Ich habe einen kleinen Bruder, von daher mußte ich schon früh lernen, was es heißt, sein Revier zu verteidigen.

Eigentlich wollte ich ja damals einen Hund und meine Standardantwort auf die Frage, die Du als Kind oft gestellt bekommst, ob Du gerne ein Brüderchen oder ein Schwesterchen (schon die Verniedlichung hätte die Alarmglocken klingeln lassen müssen ;)) haben möchtest war immer: „Einen Bernhardiner“ und was lag dann plötzlich bei uns daheim und brüllte statt zu bellen? Ein Bruder.

Klar, dass man als Prinzessin, der gesagt wird, dass sie von nun an alles teilen müsste, erstmal nicht gerade einen Freudentanz ob des neuen Familienzuwachses aufführt, zumal es eben kein Bernhardiner war. (Damals war „Bestellungen beim Universum“ noch nicht so geläufig ;))

Aber irgendwann findet man sich damit ab und der kleine Bruder wächst einem schon sehr ans Herz, ausser es geht um den persönlichen Süßigkeitenvorrat.

Und klar gabs viele blaue Flecken und ausgerissenen Haare auf beiden Seiten und einen Riesengrant, wenn sich der Kurze mal wieder mein Patchouliparfum ausgeliehen hat, um damit Stinkbomben zu basteln.

Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, mittlerweile haben wir uns natürlich lieb, alles was bleibt ist ein enormer Futterneid.

Er frisst seiner armen Freundin alles weg, wenn sie nicht aufpasst und ich kann es nicht leiden, wenn jemand ungebeten in meinem Teller herumstochert, egal wer. Sobald einer mit seiner Gabel in meinem Teller spazierengeht krieg ich einen Aggro und der Stocherer ein Loch in der Hand. Soviel zu Leben mit Geschwistern. ABER, man lernt auch fürs Leben.

Z.B. eben wie man sein Essen verteidigt und jetzt komme ich wieder aufs Pringlesdosenexperiment.

Ich habe mal von einer anderen, sehr schlauen großen Schwester diesen Tip bekommen, den ich aber nie umsetzen musste, da meine geschwisterliche Autorität so schon groß genug war, ihn daran zu hindern, meine Süßigkeiten auch nur anzuschauen.

Aber gejuckt hat es mich schon, zumal es mich beim Beobachten des Ergebnisses wahrscheinlich vor Lachen zerrissen hätte.

 

Und hier: Das PRINGLESDOSENEXPERIMENT, obwohl es eigentlich eher nach einem anderen Firmennamen benannt werden müsste, der mir aber nicht einfällt, weil: Man entferne die Chips aus der Dose, und jene Marke hatte die Chips in einem Plastikschieber und somit hat der Plastikschieber allein schon in der Dose beim Schütteln Inhalt vorgetäuscht. Wie auch immer.

Also: Man entfernt das Essbare, furzt hinein, macht den Deckel wieder drauf und gibt sie dem kleinen Freßsack mit dem Vermerk: „Da kannst haben“ und der kleine Freßsack wird natürlich sofort die Dose aufreissen und: uiuiu 😉

Nun, der Tagebucheintrag lautete: „Habe gerade das Pringles- Dosenfurzexperiment ausgeführt, Furz hält etwa eine halbe Stunde“.

Das war 2006. Jugend forscht!

 

In diesem Sinne, Euch noch einen schönen Abend,

 

das Dosenluder