Die Rache des Adventskalenders

ha, das hab ich nun davon, liebe Leser, das hab ich nun davon. In diesem Beitrag habe ich Euch ja noch davon erzählt, wie ich als Kleini miteinem wirklich miesen Trick den Adventskalender meiner Cousine leergefressen habe: https://frolleineve.wordpress.com/2014/10/16/wortwoertliche-missverstaendnisse-und-das-hintertuerchen-im-adventskalender/ und dieses Jahr rächt es sich dann. Jetzt, so knappe über 30 Jahre später.

Angefangen hat es ja damit, dass ich mir einen ganz stinknormalen Adventskalender kaufen wollte, so ohne Schnick und Schnack, Motiv fast wurst, hauptsache Schokolade drin.

Und, was hab ich gefunden? Nix! Bzw. einen Kalender von Lindt und einen von Ferrero für jeweils ca. 18 Euro. Ja spinnts Ihr! Ich zahle keine 18 Euro für 24 Schokoladenstücke, damit wir uns mal richtig verstehen, werte Herren und Damen Schokoladenadventskalenderhersteller mit Größenwahn!

Die Alternative war aber auch nix. Ich hab mich schon so gefreut, als ich in einem Supermarkt einen Ständer mit Schokokalendern gesehen habe. Von hinten allerdings. Von vorne gesehen hat mich das jetzt nicht so besinnlich berührt.

Das lag jetzt an den Motiven. Ich mag da ja so Weihnachtsmotive, meinetwegen einfallslos, aber es erfüllt seinen Vorweihnachtszweck. Auch Spongebob und Konsorten, alles fein. Aber so Chippendales? Uah, jetzt nicht, weil ich wegen nackerten Männern auf Kalendern auf einem Ständer im Supermarkt den Moralapostel mit seinem Moralapostelzeigefinger wackeln lasse, sonder weil ich diese Chippendales- Verschnitt-Damenkalendermotive so kacke finde. So grundsätzlich und so richtig kacke. Weil langweilig. Nicht? Sagt bloß, Ihr findet diese haarlosen sixbepackten Plastilinmännchen gut? Diese glattepilierten Popanze! Ach geh, das ist doch nix. Das ist vielleicht das, was die Kalender-und jetzt auch Adventskalenderhersteller meinen, was man als Frau toll findet, aber äh nein! Wenn ich so einen haarlosen muskelbepackten Mann haben möchte, dann geh ich in den Zoo und streichle einen Nacktmull. Ist doch wahr! Kein Wunder, dass die Männer heutzutage bei diesem Epilierdruck sich wenigstens da Haare wachsen lassen müssen, wo man es sieht, und dann ruckzuck zum Vollbarthipster werden. Und Holzfällerhemden anziehen. Und Arbeitsschuhe.

Und nicht so Engelsflügel und Nikolauskostüme wie die Adventskalenderchippendales, die der Männerwelt als Ideal vor die haarlose Nase gehalten werden (gut, Haare aus der Nase sind jetzt nicht so der Brüller, da kann man die schon mal ausreissen).

Aber jetzt mal zurück zu diesen Kalenderschönheiten, ich kenn echt keine Frau, die auf diese haarlosen Sixpackjünglinge abfährt und sie sich auch noch in die Wohnung hängen würde. Gut, in Büros kommt das vor, ich war ja selbst mal aktiver Teil eines Bürohühnerhaufens und da kommt das kann das schon gut sein, dass man über alles gackert, was einen Zipfel hat, und wenn es nur die Mütze ist. Das kann aber auch Arbeitshysterie sein.
Aber auf jeden Fall keine Adventshysterie und ich will keinen Sixpackepiliernikolausmotivkalender haben. Die Alternative stand gleich in der Kalenderreihe daneben: Playboykalendermädchen mit Nikolauskostümen und Engelsflügeln, epiliert und ohne Sixpack, dafür mit Silikontitten. Super!

Das langweilige Pendant zu den Muskelsixpackbuben. Aus purer Verzweiflung habe ich mir halt dann das Nikolaustittenmädchentrio gekauft, dass mir sexy Christmas wünscht. Danke! Ic h will nur Eure Schokolade, dass das klar ist. Ich frag mich nur, wo die Standardweihnachtsmotivschokokalender mit einem rotbackigen alten bärtigen Nikolaus ohne Sixpack, dafür aber vollbekleidet und nur mit einem Sack drauf, hin sind. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meine Cousine verdächtigen, dass sie mir aus Rache eben dieses Jahr dann alle schönen Kalender vor der Nase weggekauft hat und sich jedes einzelne Schokostück mit Genuss einverleibt, während ich mir auf der Suche nach eben diesen Kalendern die Haxen abrenne.
Mr. Bloods Adventskalenderalternative war aber auch keine schlechte, er hatte die Idee, dass wir eben jeden Tag bei verschiedenen Leuten mit kalendertechnisch passenden Hausnummern klingeln, die Tür aufmachen, reinglotzen und nach Schokolade fragen. Das haben wir auch am 1. Dezember gemacht. Da war aber keiner da und es gab keine Schokolade. Von daher jetzt eben doch ein Kalender. Auch wenn er mir nicht gefällt, ich glaube, ich drucke ein paar Christbäume und rotbackige Nikoläuse aus und klebe sie über die Kalendermädchen drüber, dann können die mir hinter den Christbäumen ein sexy Christmas wünschen.
Noch anzumerken wäre, dass dieser Blogeintrag auf meinem Weg zurück aus der Stadt entstanden ist. Normalerweise habe ich ja immer Block und Stift zur Hand, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die Formulierungen, die einem so einfallen sofort aufschreiben muss, weil sie einem recht schnell wieder ausfallen. Hatt‘ ich aber nicht zur Hand und habe von daher immer wieder das Handy zücken müssen, um eine Sprachaufzeichnung zu machen und glaubt mir, selbst glühweinselige Christkindlmarktbesucher verstehen es nicht so recht, wenn eine Frau hektisch das Handy rausreisst, um stakkatoartik Halbsätze wie „glattepilierter Popanz“, „dann gehe ich in den Zoo und streichle einen Nacktmull“ und „da gackert man über alles, was einen Zipfel hat, und wenn es nur die Mütze ist“ in ihr Telefon zu posaunen.
So und ich geh jetzt, Kalendermädchen aufreissen und telefonier mal mit meiner Cousine und frag so ganz unverbindlich, welchen Adventskalender sie dieses Jahr so gefunden hat und vor allem wieviele.

Einen schönen Nikolaus so ganz ohne Sixpack und Muskelpack wünscht Euch Euer Frollein, das jetzt gespannt ist, was sich hinter den Türchen so verbirgt (aaaah Titten, die Schokolade ist aber in Herzform, das finde ich jetzt aber ein bisschen inkonsequent))