Dauertelefonierer auf dem Balkon

Früher hieß es ja „Die Spatzen pfeifen’s von den Dächern“, nicht liebe Leserschaft? Heutzutage müsste man das ein wenig zeitgemäß umformulieren in „Die Nachbarn plärren’s von den Balkonen“.
Fluch und Segen der mobilen Telefonie. Für die einen Segen (die, die vom Balkon runterplärren), für das  Frollein ein Fluch. Ja jetzt echt  mal. Ich weiß ja jetzt schon ziemlich viel von der Nachbarin schräg gegenüber mit der Bommelfrisur, eigentlich könnte ich ja schon mitreden. Und ich bin echt ein neugieriger Zipfel. Die Neugierde hört aber komischerweise bei der Telefonie unbekannter Nachbarspersonen schlagartig auf, vielleicht weil man eh nur die Hälfte mitbekommt? Jemanden beim Handyplärren zuzuhören ist grundsätzlich eine lästige Angelegenheit, wurscht wo. Und es ist nicht der einzige mobile Schreihals in der Nachbarschaft, insgesamt wohnen hier drei. Und wenn sie telefonieren, ist glaub ich gar keiner am anderen Ende der Telefonleitung, weil die drei meist die ganze Zeit reden. Wenn wir noch im analogen Zeitalter wären, hätte ich die drei Balkontelefoniererinnen wahrscheinlich bemitleidet, weil der Telekommensch den Telefonanschluss wohl versehentlich draussen verlegt hat, aber jetzt, wo man sich aussuchen kann, wo man rumtelefoniert bemitleide ich mich selbst, weil ich mir den Schmarrn anhören muss, obwohl ich das nicht will.
Ganz ehrlich, will ich, dass mir jemand zuhört, wenn ich z.B. mit meiner besten Freundin telefoniere? Mal lieber nicht, sonst ist der Eindruck der feinen Dame aber ganz schnell im Arsch ;). Und die Nachbarn müssen ja auch nicht alles wissen, wie es im Job so läuft, ob der Onkel noch seine Popofistel hat und wann der Adler wo im Horst landet.
Apropos Vögel, letztes Jahr haben mich ja die Spatzen vom Dach so angeplärrt, dann hab ich sie halt wenns mir zu blöd wurde, nass gemacht.
Siehe:
http://eve-blood.blogspot.de/2014/06/die-spatzen-pfeifens-von-den-dachern.html

Die Supersoaker habe ich mir immer noch nicht gekauft, allerdings komme ich mit meinem Gorilla nicht so weit und ich wollte ja eh in die Stadt.
Und wenn es mir das nächste Mal herüberschalmeit, wie unglaublich uninteressant der Job der Bommelnachbarin doch ist, dann kann ich, begleitet mit einem Kampfschrei „Du verstehst aber auch zu langweilen, und das in ziemlich laut“ die Bommelfrisur mit einer gekonnt platzierten Wasserfontäne zum drinnen Telefonieren motivieren.

Euer Frollein, das Überalltelefonierer für ziemliche Arschgeigen hält

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