Wurfzelt im Bett

Sehr geehrte Damen und Herren,

als alter Outdoor-Nichtfan und Zeltplatzverweigerer habe ich vor kurzem ein Video von einem sogenanntem „Wurfzelt“ gesehen. Sehr praktisch. Nicht, dass mich das zum Zelten animieren könnte, aber dieser Mechanismus…dieser Mechanismus.
Man hat ein klitzekleines Paket, ungefähr so groß, dass es in einen Kontaktlinsenbehälter passt, öffnet einen Reißverschluss (warum eigentlich vorne mit ß und hinten mit ss???) wirft das sogenannte Wurfzelt auf den Boden (that’s why, ansonsten, wenn man es gerne jemandem hinterherwerfen würde, weil er sein Jack Wolfskin- Badetuch auf den Platz gelegt hat, wo man selbst sein Zelt hinwerfen möchte, würde das Wurfzelt Hinterherwurfzelt heißen und auch nicht sehr effektiv sein) und innerhalb von zwei Sekunden steht da wie von Zauberhand ein Zelt von der Größe einer Hüpfburg!
Ich bin angemessen beeindruckt, aber ich glaube die Wurfzelterfinder haben diesen Mechanismus dreist geklaut. Bei unserem haarigen Mit-im-Bettschläfer, und damit meine ich nicht Mr. Blood, sondern den spitzohrigen Mitbewohner. Den Vater des Wurfzeltmechanismus‘. Wie das aussieht? Das katzengewordene Zelt wirft sich ins Bett, in ursprünglicher niedlicher Katzengröße und innerhalb von zwei Sekunden braucht er den Platz einer Hüpfburg.
Wir haben echt ein großes Bett aber wenn der Wurfzeltmechanismuskater drin liegt, dann hat sich was mit Komfortzone! Die ist dann in etwa pro Person so groß wie ein Gästehandtuch bei den sieben Zwergen. Also Mr. Bloods und meine. Das Wurfzelt mit den Schnurrhaaren streckt seine haarigen Beine, von denen er gefühlt mindestens acht hat, in alle Himmelsrichtungen und mein Mister und ich liegen in unserer handtuchgroßen Komfortzone, deren Komfort sich am nächsten Morgen in etwa so anfühlt, als ob man durch die Mangel gedreht worden wäre.
Während wir beide versuchen, unsere in katzenform abgewinkelten Gliedmaßen wieder so hinzubiegen, dass wir aufrecht durchs Leben gehen können, springt die haarige Hüpfburg munter vom Bett runter und schleicht um unsere immer noch leicht abgewinkelten Beine, um sich in nunmehr wieder niedlicher Katzengröße sein Frühstück zu erschmeicheln. Anschließend rollt er sich in niedlicher Katzengröße wieder auf dem Bett herum. Ich weiß nicht, wie er das macht, das mit der Größe. Aber jedes Wurfzelt hat so sein Geheimnis. Ich setzte mich jetzt mit meinen Winkelbeinen in Katzenform noch ein bisschen aufs Sofa und döse vor mich hin, Schlaf nachholen.

Euer Frollein Winkelbein, das die Komfortzone rund um die Hüpfburg gar nicht mal so komfortabel findet aber dennoch nicht lieber zelten gehen würde

Advertisements