Eine kleine Nachtmusik

klingt gar lieblich in den Ohren, liebe Leserschaft. Und jeder hat dem Mozart auf seine Komponistenschultern geklopft und ihn für einen echten Fuchs gehalten. Für die kleine Nachtmusik, von der ich spreche, klopft einem niemand auf die Schulter, höchstens sich auf den Oberschenkel vor Lachen (wie Mr. Blood, damals unter der Bettdecke) oder der Nachbar von drunter an die Decke, damit endlich Ruhe ist (wie meine Freundin Agnes meinte, die sich nicht gewundert hätte, wenn er es getan hätte).  Und für einen Fuchs hält einen auch keiner, höchstens für ein Ferkel. Für ein altes.
Die kleine Nachtmusik von der ich spreche kann man nun nicht nur hören, sie ist auch ein olfaktorisches Feuerwerk. Das Instrument hierfür ist die in Bayern sogenannte „Schoastrommel“, das Heck für meine nichtbajuwarischen Mitleser. Und die Verzückung des anwesenden Publikums hält sich in Grenzen, Applaus gibt es selten. Ausser das Oberschenkelpatschen des unfreiwillig mithörenden und davon wachwerdenden Mitschläfers. Mann war das peinlich. Tagsüber als Dame ist man ja voll auf seine Damenhaftigkeit bedacht, das heißt, man rülpst und furz nur, wenn man sich unbeobachtet wähnt. Nachts hingegen ist die Damenkörperkontrollfunktion deaktiviert. Und so kann es passieren, je nach Speisenkomposition am Abend, dass die heckgewordene Zauberflöte fröhlich ihre Melodei in den stillen Nachthimmel posaunt. Das ist schon ein wenig unangenehm, es sei denn man schläft ohne Mr. Blood, da wird man nur kurz wach und schimpft mit der Katze, dass sie nicht so einen Krach machen soll. Wenn man allerdings von seinem Gefurze wach wird und nicht allein schläft, so hält man aus zwei Gründen die Luft an. Vor Schreck und weil man hören will, ob der andere auch etwas gehört hat. Hat er. Ich dann auch. Schallendes Gelächter und fröhliches Oberschenkelgepatsche. Ich hab dann so getan, als ob ich schlafe. Halt nur mit rotem Kopf. Wie peinlich, wie peinlich. Natürlich hat er, ganz Gentleman, am nächsten Tag kein einziges Wort über meinen Drum’n’Bass- Einsatz in der Stille der Nacht gesagt. Das finde ich nett. Aber mei, gell, was willst denn machen. Kannst ja nicht das Abendessen ausfallen lassen (ha, der wahre Grund für den Dinner Cancelling Hype). Von daher hoffe ich einfach, dass der Mann schläft wie ein Stein und nicht wie der fliegende Holländer fluchtartig das Bett verlässt. Aber macht er nicht, der Rosenkavalier. Er lacht nur laut. Pah!

Euer Frollein mit der Heckflöte, das im Orchester der Nacht manchmal  die erste Arschgeige spielt

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