Rache ist salzig!

Liebe Blogleserschaft,

 

ich weiß ja jetzt nicht, ob der Anfang “ neulich, als ich in der Nase bohrte“ so damenhaft ist, aber na gut, da es an der Tatsache nichts zu rütteln gibt, formuliere ich es einfach ein wenig anders:

Also, neulich, als mein manikürter Zeigefinger auf Exkursion Richtung Großhirn unterwegs war, ist mir eine Begebenheit aus der Zeit des zweiten Bildungsweges wieder eingefallen.

BOS, 13. Klasse, kurz vor Unterrichtsbeginn. Ich wollte nochmal schnell in die Parallelklasse, um die M. etwas wegen einem Referat zu fragen. Also hinein in die 13b. Jede Klasse hat einen Sonderling, ob optisch oder vom Verhalten her und die 13b hatte einen, der beide Eigenschaften in sich vereinte und sich mit Vorliebe in einen senffarbenen Rollkragenpullover stopfte.

Mir an und für sich ja wurscht, solange jemand sich zu benehmen weiß und mir nicht an den Karren fährt, kann jeder so sonderbar sein wie er will. Aber dieser Sonderling wollte mir an diesem Morgen offenbar an den Karren fahren. Denn kaum hatte ich die 13b betreten, schalmeite es mir aus der letzten Reihe entgegen: „Hahaha, wie siehst Du denn aus? Kommst Du vom Friedhof oder was?“

Als alter Gruftie war ich derartig originelle Wortwitzereien bereits gewohnt und ging von daher gar nicht erst darauf ein. Aber das Bürschchen im senfgelben Rolli dachte gar nicht daran, seine Sprüchebox einzustellen. Munter versuchte er weiterhin lauthals flache Witzchen auf meine Kosten zu machen, begleitet von einem dröhnenden Lachen – seinem eigenen wohlgemerkt.

Als er auch nach der zweiten Nichtreaktion meinerseits noch nicht genug von seinen eigenen, spassfreien Witzen hatte, hat es mir dann doch irgendwann mal gereicht.

Und ich weiß bis heut nicht, woher diese wunderbare Eingebung kam. Ich ging auf die senffarbene Preßwurst zu, blieb vor ihrer Schulbank stehen, habe mich nach vorne abgestützt und dem witzigen Bürschchen einige Sekunden schweigend in die Augen gesehen. Fand er schon mal weniger witzig. Dann fing ich an, immer noch Aug in Aug mit dem senfgelben Pausenclown mit dem Zeigefinger in meiner Nase zu bohren und auf Anhieb ein Prachtexemplar an Riesenpopel aus selbiger zu zaubern. Mittlerweile war es ziemlich still im Klassenzimmer geworden. Beeindruckt habe ich den rotzigen Riesenoschi (den Popel) noch eine zeitlang bestaunt, um ihn anschließend, immer noch ohne Worte, auf den Tisch des lustigen Spaßbertels zu schmieren. Mittendruff!

Ohne eine Miene zu verziehen habe ich anschließend das Klassenzimmer verlassen, begleitet von einem dröhnendem Lachen der 13b- aber nicht das des Spaßbertels wohlgemerkt.

Im Nachhinein muß ich aus fachlicher Designersicht auch mal anmerken, dass die schleimige Tischdekoration hervorragend zur Farbe des lustigen Rollkragenpullovers gepasst hat. Macht einen schlanken Fuß ;).

Tja ja, und was lernen wir nun daraus liebe Leser? Dass Rache doch nicht süß, sondern durchaus auch mal salzig sein kann ;).

 

Mit schleimig lustigen Grüßen,

Euer Frollein Naseweis

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