Die Übergangsfrisur des Lebens – das Dekolleté

So, und nun zu den versprochenen Midlifecrisis- Themen. Ich habe Euch ja im letzten Blogeintrag mitgeteilt, dass ich so über die kleinen Dinge des Alltags schreiben will, an denen mir das Vergehen meiner Taufrische aufgefallen ist. Was schon auch mit der Midlifecrisis zusammenhängt.
Allerdings mag ich das Wort „Midlifecrisis“ nicht besonders gerne, weil ich es blöd finde und ersetze es hiermit durch „Übergangsfrisur des Lebens“.

Und diese Übergangsfrisur betrifft  nicht nur das Haupthaar (dazu später auch mal mehr), sondern auch einen Bereich eine kleine Etage tiefer: Das Dekolleté.

So, also mal abgesehen davon, dass ich jedesmal nachschauen muss, wie man Dekolleté schreibt, hat es auch noch die gemeine Eigenschaft, jeden Tag gefühlt später als ich aufzustehen.
Also nicht im wirklichen Sinn. Es bleibt nicht im Bett liegen, aber die Eindrücke bzw. Abdrücke des Bettes bleiben auf meinem Dekolleté liegen. Und das gar nicht mal so kurz.

Oder um es im heutigen Bastelwut- Chargon zu sagen: mein Dekolleté kann Origami! Bis vor einiger Zeit dachte ich ja, dass nur mein Gesicht Origami kann, hier die Geschichte dazu:
Mein Gesicht kann Origami
Aber im Laufe der Zeit ist die Origamifähigkeit wohl noch ein Stück nach unten gerutscht. (Bin gespannt, was meine Körperteile können, wenn noch ein paar Jahre vergehen. Ein riesiger Hinternkranich?)
Aber hier sitze ich nun, beim Morgenkaffee und kann mich halsabwärts noch ein paar Stunden „entfalten“, bevor ich wieder glatt wie ein Babypopo ins Bett gehe.
Irgendwann bin ich mal über einen „Schlaf-BH“ gestolpert, der der Knitterei im Schlaf ein Ende setzen soll. Gibts auch in Schwarz und sieht aus wie die wattierte Garderobe einer in die Jahre gekommenen Domina. Ich weiß jetzt nicht, ob ich mich damit anfreunden könnte.
Aber zumindest weiß ich, dass ich ein Seitenschläfer bin, dachte immer entweder Rücken- oder Bauchschläfer, aber das Dekolleté sagt „nönö, Du pennst auf der Seite, schau. Und wie, schau. Und vor allem ganz schön lange, schau.“ Pah.

Das Interessante ist ja, dass aufgrund meines „Übergangsfrisur des Lebens“- Blogeintrag eine rege Diskussion im Freundeskreis (unter anderen Übergangsfrisuren- Anwärtern ;)) ausgebrochen ist. Auch sehr interessant zu erfahren, dass andere bestimmte Themen gar nicht so schlimm finden, und diese wiederum Dinge lästig finden, die mir gar nicht aufgefallen sind. Die unterschiedlichen Sichtweisen finde ich aber sehr bereichernd.
Janet meinte, als ich ihr von meinem morgendlichen Faltenwurf erzählt habe : „ach das, wenn mir das auffällt, dann ziehe ich gleich meinen schwarzen Rolli an, die schwarze Strumpfhose dazu, und wenn ich dann mit dem Schmuck in der Hand aus dem Schlafzimmer komme, fragt mich mein Mann, ob ich ein Einbrecher wäre.“
Auch eine Möglichkeit.
Sollte ich mal zufällig einem Einbrecher über den Weg laufen, lupfe ich mal kurz den Rollkragen und schau, ob er darunter einen Faltenwurf vom Schlafen hat. Falls ja, weiß ich Bescheid. Falls nein, lauf ich davon. Ha! Meine Beine funktionieren ja noch einwandfrei. Wobei…in manchen Situationen dauerts ein wenig. Dazu nächstes Mal.

Euer Frollein mit dem Faltenwurf der Bettdecke, das sich jetzt erstmal schön entknittert.