Affektinkontinenz an der Rezeption – Teil 2

Hallihallo, hier wieder ein Kackbällchen unter den Gästeperlen, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.
Nein, nicht die schwäbische Müttermafia, da bin ich doch noch zu angepisst und könnte nicht lockerflockig schreiben, sondern heute sind wir in der Rubrik „Wünsch Dir was“ aber ohne Höflichkeitsfloskelei. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Bitte und Danke sagen würde? Zumindest nicht zu Fuß zum Taxistand ;).

Aber zur Vorgeschichte. Ein sonnenbebrillter Mann betritt das Hotel, bleibt an der Rezeption stehen und sagt „Ich brauch ein Taxi.“ Ja. Und ich einen Friseurtermin und eine Übergangsjacke. Auf „Hallo“ und „bitte“ können wir verzichten. Nicht.

Da ja im Prinzip jeder Hanswurst ins Hotel hineinspazieren und seine Bedürfnisliste vorlesen kann, habe ich den bebrillten Sunnyboy gefragt, ober er Gast in unserem Hotel ist.
Woraufhin er mich durch seine Düstergläser angesehen hat, als ob ich ihn gebeten hätte, vor Ort seine Testikel nachzuzählen. Das hat er auch nicht getan, nur sehr unwirsch gesagt „Ihre Kollegin kennt mich bestimmt.“ Na, da ist der Charmebolzen wohl gestern von ihr eingecheckt worden, nehme ich an.
Habe dann die Taxihotline angerufen, ist aber nach 4x Klingeln keiner rangegangen, und mein Gästewunscherfüllkontingent war aufgrund der Freundlichkeit des Taxibrauchers auch schon voll für den Zeitpunkt.
„Es tut mir leid, da ist leider gerade belegt, aber ich kann ihnen gerne zeigen, wo der nächste Taxistand ist“. Brummelndes Einverständis hinter der Sonnenverspiegelung. Habe ihm dann gesagt, wo er hingehen soll (da wo der Pfeffer wächst) und dass das auch freundlicher geht. Das konnte ich mir nicht verkneifen. Immerhin hat er sich dann bedankt, ich weiß nicht, ob für den Fingerzeig zum Taxistand oder den verbalen Arschtritt zwecks seiner Unhöflichkeit. Manche wollen das so.

Zurück hinter der Rezeption meinte die Kollegin, dass der Herr Goldmitglied sei. Mir relativ wurscht. Wenn einer meint, dass er das Hotelpersonal ohne die Geschmeidigkeit der höflichen Konversation herumscheuchen kann, nur weil er einen Goldmitgliedsstatus hat, dann kann er das ruhig meinen, aber nicht machen. Zumindest mit mir nicht.

Manche Leute verwechseln den Status der Hotelangestellten gerne mit dem von Dienstboten.
Aber Kratzfuß steht mir einfach nicht. Und generell zählt die Devise des in den Waldhineinschreiens. Daran ändert auch ein edelmetallener Status nichts.

Pf. Und so ein kleiner Spaziergang zum Taxistand hat noch keinem Grantelhuber geschadet.

Euer Frollein Unwirsch, das so aus dem Wald herausschreit, wie einer hineinplärrt. Und ich brauch einen Friseurtermin.

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