Kolumne Weight Watchers

Kolumne für das Weight Watchers Center Nürnberg

ha, manchmal bringt das Hüftgold Glück. Ich bin ja ein Fresssack, ein ziemlicher sogar. Blöderweise bleibt das dann irgendwo mal immer hängen. Meist da, wo man sitzt. Und da mir mein Heck ein bisschen zu breit geworden ist, ich aber jetzt kein Typ für FDH (Friss die Hälfte) bin, von sogenannten Crashdiäten schon mal gar nix halte und irgendwelchen Pulvermixgetränke ausser der Ahoibrause nix abgewinnen kann, bin ich halt zu den guten alten Weight Watchers gegangen. Das Konzept leuchtet mir ein und ich hab mir gedacht, da gehn wir jetzt hin, mein Heck und ich. Was wir auch getan haben und was dabei rausgekommen ist, ist eine Kolumne. Eine offizielle. Für das Weight Watchers Center Nürnberg. Das möcht ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten, mit was man sich da so rumzuschlagen hat. z.B. mit SM-Tagen. Nein, nicht was Ihr denkt, Ihr 50 Shades of Grey-Leser, haha, ertappt, was? Aber lest selbst, voilà:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich muss Ihnen gestehen: ich bin eine Wiederholungstäterin. Eine Wiederholungstäterin mit Sternzeichen Fresssack und Aszendent Nimmersatt. Naja, wenn es nach mir ginge, würde ich immer noch in Kleidergröße 40 stecken, aber mein Schweinehund und mein Sternzeichen nehmen das nicht so streng und sind der Ansicht, dass das doch nicht nötig wäre.
Ich aber schon, ich fand Größe 40 damals nämlich gar nicht mal so unpassend. Und nein, es war kein Neujahrsvorsatz, wieder ins Treffen zu gehen, es war meine Hose. Wissen Sie, was sich diese stoffgewordene Gemeinheit erlaubt hat: eines Abends saßen wir so ganz gemütlich auf dem Sofa und da fing sie an, mich zu zwicken und zu würgen, einfach so. Plötzlich! Frechheit, nicht? Ich war auch ganz schön stinkig und habe zurückgezwickt, und nicht, dass sie das irgendwie beeindruckt hätte. Sie hörte einfach nicht auf mit ihrer Zwickerei und ja, es könnte sein, dass ich mir und Ihnen jetzt in die (Hosen)tasche lüge, sie hat nicht von heute auf morgen gezwickt. Es war ein schleichender Prozess. Und irgendwann war das Mass bzw. der Hosenbund voll und darum sind wir jetzt wieder hier im Treffen, mein verbreiterter Heckbereich,
meine Zwickhose und ich.
Es hat sich viel getan bei den Weight Watchers, seit ich das letzte Mal hier war und gleich zu Anfang habe ich schon mal gründlich etwas missverstanden: die SM-Tage. Eine Forumsleserin hat mir viel Glück bei meinem ersten SM-Tag gewünscht.
Ich dachte erst „Wie meinen? Also wirklich!“ und sah mich schon mit einer neunschwänzigen Rübe und einer
Nietengurke in der Küche das Obst verkloppen, aber dann ist mir eingefallen, dass sie damit wohl die SattMacher-Tage meinte. Ach so, hören Sie mal, ich bin neu, da kann man schon mal so einen zweideutigen Ausdruck anders interpretieren, nicht? Und weh getan hat er auch nicht, der SattMacher-Tag. Weder mir, noch dem Obst. Es hat sogar relativ gut funktioniert, auch wenn ich ihn ein bisschen umgemodelt habe, von Aufhören-zu-essen-wenn-man-satt-ist zu gleich-vonvornherein-weniger-kochen-und-damit-auch-essen. Hat super funktioniert :).
Aber das mit dem Sättigungsgefühl muss ich echt noch üben, denn, geht es Ihnen genauso? Wenn ich den Satz „Essen, bis man satt ist“ höre, dann blinkt sofort ein „All you can eat“ – Schriftzug in Neonfarben vor meinem inneren Auge auf und ich sehe mich schon mit wedelnder Gabel in einen Zuber voller Spaghetti (o.k., Vollkorn ist auch in Ordnung) hüpfen und mir ordentlich den Wanst vollhauen. „Nein, nein“, bremst mich dann unsere Coachingdame und markiert mit den Händen die Stelle am Oberbauch mit den Worten „bis hierhin fühlt man sich satt, nicht bis hierhin“ und verschiebt die Hand nach oben zum Hals. Mein Schweinehund und ich wären aber gerne bis über beide Ohren satt. Ich befürchte aber, dann wieder
von meiner Hose zur Raison gezwickt zu werden. Na gut, ich probier‘s aber trotzdem, wirklich. Und der Erfolg lässt sich ja bekanntlich messen bzw. wiegen. Das leuchtet mir ein, zwar noch nicht ganz in Neonfarben, aber zumindest als Silberstreif am Hosenbundhorizont. Und den gilt es jetzt anzupeilen. Was daraus geworden ist, das erzähle ich Ihnen dann in der nächsten Ausgabe.
Herzliche Grüße,

Ihr Frollein Eve, das hochkonzentriert im imaginärem Spaghettizuber versucht, nicht bis zum Hals sattzuwerden

30.09.2014

 

Im Urlaub mit dem Schweinehund

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der letzten Kolumne habe ich Ihnen doch versprochen, mich näher mit dem Sättigungsgefühl zu beschäftigen, damit ich meine Hose davon abhalte, mich weiterhin zu piesaken, indem sie mich da zwickt, wo die Sonne niemals hinscheint. Apropos Sonne. Wir waren nämlich im Urlaub, das Sättigungsgefühl und ich. Dummerweise nicht am selben Urlaubsort, das habe ich aber erst beim täglichen Frühstücks- und Abendbuffet festgestellt. Dafür hat sich der Schweinehund als Urlaubsvertretung für das Sättigungsgefühl aufgedrängt. Wirklich jetzt, ich hab ihn nicht eingeladen. Sind Sie schon mal mit Ihrem Schweinehund an einem Buffet entlanggegangen? Und mussten Sie tatenlos und mit großen Augen zusehen, wie dieser Unhold Ihnen den Teller so vollschaufelt, dass die Zugspitze dagegen wie ein Maulwurfshügel aussieht? Also so was! Anfangs haben wir ja noch diskutiert und ich habe ihn an den Schweinsohren Richtung Salatbar gezogen, aber irgendwann hat er mich an meiner Zwickhose gepackt und Richtung Dessert gezerrt, mir das Dessertschälchen (ok, Schale) wie ein Irrer vollgeladen und für das schlechte Gewissen ein Stückchen Melone auf die sandburggroße Tiramisuportion gesetzt.

Wo ich schon von schlechtem Gewissen spreche … das war nämlich auch gleich mit dabei, hier, im Urlaub. Aber nicht beim Buffet, das schlechte Gewissen geht nicht zum Buffet, das schlechte Gewissen wartet im Zimmer vor dem Spiegel in Deinem Bikini, bist Du wiederkommst. Und tätschelt Dir fröhlich die Röllchen, während der Schweinehund laut schnarchend ins Fresskoma gefallen ist. Aber hey, es ist ja Urlaub, und ich finde da darf man sich auch wirklich mal was gönnen, es ist ja nicht so, dass zuhause im Alltag täglich prächtige Frühstücks-und Abendbuffets darauf warten, von Deinem Schweinehund leergeräumt zu werden. Ich empfinde es als Teil des Urlaubsgenusses, mir soviel vom Buffet zu nehmen, wie ich möchte und bin neugierig auf die Köstlichkeiten fremder Länder. Es würde mich eher nerven, mich grantig zusammenreissen zu müssen. Dann renn ich halt ein bisschen mehr rum, ist ja Urlaub, ich hab ja Zeit. Und wenn es wieder Richtung Heimat geht, dann nutze ich im ersten Treffen nach dem Urlaub die Option „O.W.“ – ohne Wiegen und kehre dann wieder in die alten Muster der vernünftigen Ernährung zurück, was mir komischerweise im Urlaub sehr schwer fällt, zuhause aber relativ leicht von der Gabel geht.

Und nach zwei Wochen ist wieder alles ok, die Zwickhose zwickt nicht mehr, die Sonne scheint mir auf den Salat und ich streite mich nicht mehr mit dem Schweinehund um die klebrigsten Süßigkeiten. Jedenfalls nicht mehr bis wir gemeinsam auf das nächste Buffet zusteuern, im nächsten Urlaub. Aber bis dahin habe ich ja noch Zeit, mich mit dem Sättigungsgefühl zu beschäftigen. Und zwar ab morgen, das versprech ich Ihnen und auch unserem Coach. Großes Schweinehundehrenwort. Was daraus geworden ist, erzähle ich Ihnen dann in der nächsten Ausgabe.

Herzliche Grüße, Ihr Frollein Eve, das gerade vor dem Schweinehund flüchtet, der noch eine Packung ziemlich fieser

Kekse aus dem Urlaub gefunden hat, uiuiui

19.10.2014

Die Jäger des verlorenen Sättigungsgefühls

in der letzten Kolumne waren wir ja im Urlaub, das Sättigungsgefühl und ich, nur jeder an einem anderen Urlaubsort, Sie erinnern sich. 
Und jetzt, so nach unserem Urlaub, haben wir uns zusammengerissen. Aber wie soll ich sagen? Um es einmal mit einem Facebook-Beziehungsstatus zu formulieren: „Es ist kompliziert“. Jetzt echt.
Unsere Beziehung erinnert mich sehr an Liz Taylor und ihre zahlreichen Ehemänner. 
Beim Frühstück schatzen und spatzen wir uns noch. 
Das Sättigunggefühl sagt liebevoll „Hach, ein Semmelchen (für die nichtbajuwarischen Mitleser: Brötchen!) reicht doch, Schatz.“ 
Ich: „Du hast so recht, Spatz, ein Semmelchen ist genug, schau wie satt ich bin.“ 
Aber ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, je länger der Tag, desto größer werden die Augen proportional zum Magen.
Und vor allem Abends liegen wir uns in den Haaren, also soweit ein Sättigungsgefühl Haare hat. Da ist dann Schluß mit Schatzi und Spatzi.
Abends schaut die ganze Sache dann so aus, dass ich nach getaner Arbeit auf meiner Couch rumlümmel und einen ganzen Bären essen könnte, mit Ohren. Das Sättigungsgefühl sitzt neben mir und mäkelt an mir rum. „Von wegen einen ganzen Bären essen, mit Ohren. Eine Schüssel Blaubeeren reicht, Schatzzzz“ (jetzt wird die Aussprache schon weniger lieblich, kennen Sie das, je größer die Beziehungsgewitterwolken, desto schärfer die „z“s bei Schatz und Spatz, und das „i“ ist gleich ganz weg). Der Schatzzzz hat aber echt Hunger und größere Augen als der Magen und schon mal gar keine Lust auf Diskussionen. Das Ende vom Lied ist, ich esse einen ganzen Bären, nur ohne Ohren und danach noch eine Schüssel Blaubeeren, während das Sättigungsgefühl mit den Worten „Du machst doch eh, was Du willst!“ die Scheidung will. Dumm gelaufen, wirklich. Das schlechte Gewissen ruft an und sagt „Das kannst Du doch nicht machen, hörmal.“ Und ich knicke ein.
Und bin auf einmal auch der Meinung, dass ein ganzer Bär jetzt doch nicht hätte sein müssen und ich das mit dem Bärenhunger auch anders hinkriegen kann, wenn ich mir Mühe gebe.
Und um das geht es, liebe Leser, ums Mühe geben. Wie in einer gut laufenden Beziehung im zwischenmenschlichen Bereich, muss man sich auch mit seinem Sättigungsgefühl ein bisschen Mühe geben. Dann läuft das nämlich auch. Dann ist Schatzi und Spatzi all day long. Dann macht sich das auch auf der Waage mit einem feinen Minus bemerkbar. Auch ein bäriges Gefühl. 
Ich muss aber zugeben, ich tu mich da schon ein bisschen hart manchmal, vor allem, wenn etwas wirklich gut schmeckt. Dann zu sagen „Ich bin satt“ und aufzuhören ist echt eine ziemliche Herausforderung, der ich manchmal gewachsen bin, manchmal eben nicht, ich bin schließlich ein Fresssack und ein Genusssack. 
Oder eben im Restaurant, da kommt meine Gartenzwergmentalität wieder durch „Schließlich hab ich dafür bezahlt, da lass ich doch nicht die Hälfte liegen“. Dafür hat sich aber eine Lösung gefunden, ich nehm die Hälfte jetzt in meinem Magen mit, die andere lasse ich mir einpacken. Funktioniert ohne Probleme. Der Gartenzwerg in mir nickt zufrieden, das Sättigungsefühl nennt mich wieder Schatzi ohne scharfes z und mit i. Und ich bin ein bisschen stolz auf meine Disziplin.Ha!
Das könnte ich doch glatt gleich mit ein bisschen Sport verknüpfen. Was daraus geworden ist, lesen Sie dann in der nächsten Kolumne.

Herzliche Grüße,
Ihr Frollein Eve Schatzi, das sich gerade zufrieden mit dem Sättigungsgefühl eine Schüssel Blaubeeren teilt

24.11.2014


Süßer die Plätzchen nie schmecken

eigentlich wollte ich ja diesmal über das Kochen schreiben, aber aus aktuellem Anlass verschiebe ich dieses Thema auf ein ander Mal.
Um was es diesmal geht, können Sie sich wohl schon denken, weil von überall weihnachtet es einem her. Das finde ich ganz schön unverschämt, Sie nicht?
Und zwar alle Jahre wieder. Da kommt nämlich nicht nur das Christuskind, sondern auch der Stollen und die Plätzchen, der Punsch und die Weihnachtsgans.

Und wie alle Jahre auch wieder die großen Augen danach, wenn man auf der Waage war und sie anschließend zur Reparatur bringen will, weil da doch was nicht stimmen kann mit der Anzeige.
Aber deshalb sind wir ja hier, bei den WeightWatchers, um allzu unglaubliche Waagenanzeigen an den Tagen danach von vornherein zu vermeiden. In den Treffen bekommen wir natürlich aufs Sorgfältigste eingegeigt, wie man all den kulinarischen Versuchungen glorreich entgehen kann, ohne das Gefühl zu haben, dabei nur an einem Plätzchenkrümel nagen zu dürfen. Aber ich weiß ja jetzt nicht, wie es Ihnen geht, ich persönlich kenne mich und meinen Schweinehund nur allzugut und habe die Befürchtung, dass es die Theorie und die Praxis gibt. Und dass meine Theorie und meine Praxis jetzt nicht ganz so viele Parallelen aufweisen. Wollen Sie’s wissen?

In der Theorie: hat mein Wochenextra 49 Punkte.
In der Praxis: hat mein Wochenextra 249 Punkte (200 waren ein Geschenk vom Christkind, weil ich so ein Bravi bin)

In der Theorie: backe ich Plätzchen zu je einem Pro Point das Stück.
In der Praxis: esse ich die anderen, die meine Mutter gebacken hat, zu je zehn Pro Points das Stück.

In der Theorie: nehme ich nur einen Lebkuchen zum Punsch.
In der Praxis: nehme ich nur einen Lebkuchen pro Sorte zum Punsch.

In der Theorie: halte ich mich an die Mandarinen und Orangen auf dem Weihnachtsteller.
In der Praxis: halte ich mich von den Mandarinen und Orangen auf dem Weihnachtsteller fern und esse lieber die anderen Leckereien daneben.

In der Theorie: nehme ich nur einen Kloß zur Weihnachtsgans.
In der Praxis: nehme ich nur einen Kloß zur Weihnachtsgans, und dann noch einen.

In der Theorie: teile ich meinen Nachtisch mit einem Familienmitglied.
In der Praxis: teile ich meinem Familienmitglied mit, dass ich meinen Nachtisch nicht teile, haha, also wirklich.

In der Theorie: wenn ich bei meiner Tante bin, nehme ich mir nur drei Plätzchen und genieße jedes dafür ordentlich.
In der Praxis: wenn ich bei meiner Tante bin, genieße ich jedes einzelne der ungefähr 100 Plätzchensorten, aber ordentlich.

In der Theorie: weine ich vor Freude und muss mich zwicken, weil ich nicht glauben kann, dass ich über Weihnachten nicht zugenommen habe.
In der Praxis: weine ich, weil meine Hose zwickt, weil sie über Weihnachten abgenommen hat (unsolidarisches Kleidungsstück das)

Soweit die Theorie und die Praxis, das soll jetzt natürlich auch keine Gebrauchsanweisung zu Weihachtslumpereien sein, wo denken Sie hin ;)?
Ich kann Ihnen auch gar nicht sagen, ob ich eher ein Theoretiker oder ein Praktiker bin, aber ich glaube, es wird dann doch eine sehr bunte Mischung aus Beidem, aber die Hauptsache ist es doch, eine gute Zeit mit all seinen Lieben zu verbringen. Und wenn dann doch vor lauter geselliger Gefräßigkeit die Hose hinterher ein bisschen zwickt, ja mei, dann zwickt man halt zurück und fängt nach den Feiertagen wieder an, sich an den Pro Points Plan zu halten. Mich würde jetzt schon sehr interessieren, welche Pläne, Tricks und Kniffe Sie sich da zurechtgelegt haben, aber das werde ich ja in den nächsten Treffen erfahren.

Aber jetzt wünsche ich Ihnen erstmal ein schönes Weihnachtsfest, besinnliche Feiertage und eine gute Zeit und einen schönen Start ins neue Jahr.

Herzliche Grüße und Stille Nacht,
Ihr Frollein Eve, das Ihnen das nächste Mal verrät, ob eher die Theorie oder die Praxis gewonnen hat… 🙂 😉

23.12.2014


Es lebe der Sport!


wie versprochen geht es heute um den Sport.
In der letzten Kolumne hatte ich ja eine Begegnung der dritten Art, also mit meiner Disziplin und mir daraufhin gleich drei Tage hintereinander auf die Schulter geklopft. Da selbstzufriedenes Schulterklopfen allerdings leider nicht wirklich unter Sport fällt und ich Ihnen ja versprochen hatte, diese meine Disziplin gleich mit dem Sport zu verknüpfen, halte ich auch mein Versprechen. Zähneknirschend.
Ich bin nämlich nicht wirklich ein Sportsfreund, eher so ein Genussfreund und wenn der Satz „und jetzt auf zum Sport“ fällt, fällt mir wiederum einiges ein, was ich noch dringend zu erledigen habe. Kennen Sie das? Was mir dazu spontan einfällt: „Was, jetzt??? Aber ich wollte doch erst noch den Abwasch von gestern machen/ den Keller und den Dachboden entrümpeln/ die Belege für die Steuererklärung endlich zusammensuchen/ noch dringend die Pflanzen umtopfen etc.!!“

Oder gehören Sie eher zu der Gattung der Sportsfreunde, die tatsächlich auf Anhieb Ihre Sportsachen finden oder Ihrem Schweißstirnband schon einen Namen gegeben haben? Na, das nehm ich Ihnen auch nicht übel. Ist ja auch gesünder so. Das weiß das Hirn ebenso wie die gesamte Medienlandschaft, nur der Schweinehund halt mal wieder nicht. Der überzeugt Dich dann spontan eher, den Keller und den Dachboden zu entrümpeln und die Belege für die Steuererklärung endlich zusammenzusuchen, aber natürlich erst morgen, weil es doch gerade so gemütlich ist, da auf der Couch.

Aber da ich ja ein Versprechen einzuhalten habe und noch dazu die Gelegenheit hatte, einmal in einen Smoveykurs hineinzuschnuppern, habe ich meinen Schweinehund wiederum auf morgen vertröstet, meine Sportsachen auf Anhieb gefunden und bin ab ins Center zum Smoveyschnuppern. Wissen Sie was das ist? Diese Smoveys sehen aus wie geriffelte Gartenschläuche mit einem Griff. Und innen sausen vier kleine Metallkugeln herum. Ausgefuchst, das. Und die gibt es in unterschiedlichen Farben, das Auge sportelt schließlich mit. Einmal in Giftgrün und einmal in Konditoreirosa. Als altes Barbiemädchen wollte ich natürlich die Rosafarbenen und war erst mal damit beschäftigt, den Impuls zu unterdrücken, in diese konditoreirosa Sportgeräte hineinzubeissen (hey, wir sind bei den Weight Watchers, da ist dieser Impuls gar nicht mal so abwegig ;)). Nachdem ich das dann doch lieber gelassen habe ging’s auch schon los mit dem Kurs. Unter professioneller Anleitung von Kerstin Biß, unserer Regionalfachfrau für Smoveys, haben wir uns 30 Minuten lang durch sämtliche Übungen geschwungen, was wirklich Spaß gemacht hat. Die Smoveys liegen nicht nur gut in der Hand, sondern machen auch noch schöne Geräusche. Durch das Herumflitzen der Metallkügelchen im Riffelschlauch entsteht ein Geräusch, das sowohl vom Klang, als auch von der in den Körper übertragenen Vibration her an Katzenschnurren erinnert. Als Katzenfan fand ich das natürlich großartig und mein Impuls verlagerte sich vom Reinbeißen zum Sportgerät kraulen, aber da die Smoveys weder Flauschefell noch ein Katzenkinn haben, hab ich auch das gelassen. Und fand einfach das Gefühl sehr gut, das sich beim und nach dem Training mit den Smoveys eingestellt hat. Ich hatte das Gefühl, von Kopf bis Fuß gelockert zu sein und hatte auch den Kopf wieder frei für die guten kreativen Einfälle. Sehr angenehm das.

Überhaupt, Ihr Mitfaulpelze und Ausredenfinder unter meinen Lesern hier, und da nehm ich mich nicht aus, das Sportangebot im Nürnberger Weight Watchers Center ist ziemlich ausredenresistent durchdacht, da sämtliche Kurse, und das Angebot ist wirklich breit gefächert, von Smoveys über Aerobic, Bodystyling, Nordic Walking und Yoga, im Anschluss an die Treffen direkt im Center stattfinden. Da wirds dann schon dünn mit den beliebten und bekannten Ausreden wie „keine Zeit“ und „ist so weit weg“ und „da sind ja nur spindeldürre Aerobicmiezen im Size-Zero-Designsportdress“. 😉

Geht da einfach mal hin, schaut auch das an, macht mit, macht nämlich Spaß, echt jetzt. Aber nicht in die konditoreirosa Smoveys reinbeissen, gell. Apropos reinbeissen, in der Zwischenzeit überlege ich mir, was ich denn heute so Feines kochen könnte und experimentiere ein bißchen rum, damit ich in der nächsten Kolumne wieder was zu berichten habe.

Herzliche Grüße,
Ihr Frollein Eve, das sich jetzt ein Schweißstirnband kauft und ihm diszipliniert einen sportlichen Namen gibt

23.01.2015

Mancher kann wohl gut kochen, aber nicht anrichten (Zitat, Verfasser unbekannt)

wie in der vorletzten Kolumne versprochen, geht es heute ums Kochen. Sie wissen ja, letztes Mal ist ja spontan Weihnachten dazwischen gekommen und wenn Sie sich gefragt haben, wie das nun ausgegangen ist mit der Theorie und der Praxis, muss ich Ihnen leider von der haushohen Überlegenheit der Praxis erzählen. Die Theorie sitzt immer noch beleidigt auf dem Plätzchenteller und wirft mir vorwurfsvolle Blicke zu. Au weia.

Um diesen Blicken zu entgehen, nehme ich Sie jetzt mit zum Kochen in meine Küche. Wie der Spruch oben ja schon besagt, können manche Menschen gut kochen, aber nicht anrichten. Ich kann schon gut anrichten, nämlich ein heilloses Chaos in der Küche beim Kochen. Ich weiss ja nicht, wie Sie das sehen, aber das Zubereiten aufwändiger Gerichte ist für mich ein Greuel. Da bin ich schneller am Kochen als das Nudelwasser und auch schon beim Einkaufen geht mir Einiges mehr auf als in den Sack.

Darum halte ich es lieber einfach und überlasse das Kochen aufwändiger Gerichte denjenigen, die dann nicht vor Wut kochen, sondern vor Begeisterung überschäumen und zwischen diversen Kochtöpfen energisch hin- und herspringen und dabei weder den Überblick verlieren, noch die Zutaten schon vorher aufessen.
Mein Vater z.B. ist so ein Mensch, er kocht sehr gerne, das finde ich super, weil ich wiederum esse sehr gerne (klar, sonst wär ich ja nicht hier, nicht ;)?), da ist die Arbeitsteilung klar, das Blöde ist, wir finden einfach keinen, der sehr gerne die Küche danach wieder aufräumt.

Sehen Sie, darum halte ich es am liebsten einfach. Meinetwegen könnte es ja jeden Tag Nudeln mit Sauce geben, das nutzt sich nicht ab. Aber da sehe ich sie schon mit dem ernährungswissenschaftlichen Zeigefinger wackeln und „Das ist aber sehr einseitig, Frollein“ murmeln. Dann wackle ich mit meinem Besserwisserzeigefinger zurück und murmle dabei „Pah von wegen“, während ich mit der anderen Hand ein Kochbuch durchblättere. Ich liebe ja Kochbücher, allerdings nur die Bebilderten, die, in denen man gleich sieht, was man angerichtet hat, wenn man es richtig angerichtet hat.
Und da muss ich gleich ein Loblied auf die WW-Kochbücher singen, die erstens mal so dermaßen reichlich bebildert sind, dass man gerne die Seiten an sich schon aufessen könnte, und deren Gerichte vor allem leicht zuzubereiten sind. Das war nämlich meine Befürchtung vorher, dass ich im Rahmen der Ernährungsumstellung auch meine Kochgewohnheiten umstellen muss, und zwar von Ratzfatz auf Kompliziert, aber nein, Glück gehabt, meine Küche und ich. Und die Nudeln blieben mir auch erhalten, jüngst auch im aktuellen Starter-Plan, und da haben die auch sogar noch einen netten Namen: „Freche Nudeln“. Jetzt hab ich mich natürlich gefragt, was denn bitte freche Nudeln sind, ob man die im Scherzartikelladen kaufen muss und diese dann einfach nicht zu kauen sind, das wäre schon frech oder aber ob die Nudeln an sich frech sind und bei Gabelkontakt dann anfangen, aus dem Teller herauszuschimpfen und dabei die Sauce mit unflätigen Worten würzen, also Spaghetti Tourettini, oder aber aufmüpfig das alte Kinderlied „spannelanger Hansel, nudeldicke Dirn“ anstimmen und damit den Koch zum Brodeln bringen.

Ich habe es ausprobiert und kann Ihnen verraten, dass keines davon der Fall war. Ich wurde weder beschimpft noch besungen, die Zubereitung war schnell, das Essen gut und die Küche ist auch nicht im Chaos versunken. Ganz nach meinem Geschmack also.

Herzliche Grüße, Ihr Frollein Eve, das nicht nur ein Küchenchaos anrichten kann

24.03.2014

Zero Hero

heute geht’s mal um Nichts, naja, das kann man jetzt so nicht sagen, heute geht’s eher um Null, oder wie man jetzt so schön sagt um „Zero“.
Also ich weiß ja nicht, in meiner Jugend und auch jetzt in meiner jahrelang andauernden Spätpubertät ist es kein Zeichen von Wertschätzung, wenn man jemanden als eine Null, also eine „Zero“ bezeichnet. Ist doch irgendwie negativ behaftet, nicht?
Aber das mit dem Zero, das haben Sie doch bestimmt auch schon mal gehört oder gelesen, oder? Spätestens seit eine steckerldürre Hollywoodstylistin ihre Kundinnen auf „Size Zero“ eine platzsparende Kinderbekleidungsgröße, getrimmt hat und die Medienlandschaft sofort auf den Zero-Zug aufgesprungen ist und diese Kleidergröße, die man in der Regel im Kindergarten trägt, plötzlich en vogue war. Also in der Theorie, in der Praxis hat keiner reingepasst.
Dafür hat sich die Lebensmittelindustrie dann eben das Zero ausgeliehen, und alles damit markiert, was eh nicht schmeckt. Die Werbung sagt mir zwar, dass da zero Zucker, aber ein echter Geschmack drin ist, mein Geschmackssinn allerdings sagt mir, dass da echt kein Zucker drin ist, aber auch zero Geschmack. Das macht aber auch echt keinen Spaß, weil es ist ja nicht so, als ob ich werbegebeutelter Fernsehknecht diese Zero-Getränke nicht schon mal ausprobiert hätte. Das Resultat: Uah! Sie ahnen es, die Begeisterung war gleich Null und Zero.
Sie können das ja mal ausprobieren und z.B. Ihren Grillpartygästen dieses Zerozeugs unterjubeln, allein schon aus Studienzwecken bezüglich des Gesichtsaudrucks der Trinkenden. Ich kann Ihnen jetzt schon viele „Die-olle-Plörre-kannst-Du-selber-trinken-Du-mieser-Gastgeber“-Gesichter, auf denen sich bestimmt auch dann zero Begeisterung widerspiegeln wird, prophezeien. Damit machen sie bestimmt zero Eindruck auf Ihre Gäste.

Und nein, es ist leider auch nicht so, dass man sich als Ausgleich, wenn man sich z.B.in einem Schnellrestaurant, wo man natürlich niemals hingeht, einen Eimer eines Zerogetränks bestellt und damit durch die eingesparten Pro Points einen Freibrief für 20 fett frittierte Hühnerbeine, 48 Pomm Fritz und drei Burger mit ganzen Ochsen drin hätte. Das nutzt leider nichts, also auch zero quasi. Da lob ich mir doch das gute alte Wasser, da weiß ich ja schon von vornherein, dass da zero Geschmack drin ist und auch kein Zucker.;)

Ich geh jetzt, was zum Trinken kaufen, aber nix Nullhaltiges, obwohl eigentlich ist es ja wurscht, denn es landet ja eh nachher alles im Doppelzero.

Herzliche Grüße,
Ihr Frollein Eve, das nix trinkt, wo Zero drin ist

21.05.2015

Mein Fitbit und ich

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe jetzt einen Fitbit. Einen Fitbit One. Was jetzt klingt wie ein Schokoriegel, nur in sportlich, also so was wie ein Kitkat für Leute, die gerne einen Schokoriegel, der sich gesund anhört, essen möchten, ist in Wirklichkeit aber keiner. Sie können zwar reinbeißen, aber ich sag Ihnen gleich, dass der nicht schmeckt.
Nein, ein Fitibit ist ein kleines Gerät, das Ihnen sagt, wie viele Schritte sie heute gelaufen sind, wie viele Stockwerke sie erklommen haben und wie oft und lange sie nachts aufgewacht sind. Das sind die Basisinformationen. Wenn man den kleinen Kerl, den man sich unauffällig überall an die Klamotten klippen kann, richtig einstellt, kann der Ihnen bestimmt noch viel mehr erzählen, wie viele Pro Points sie verbraten haben zum Beispiel.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie technisch affin sind und ich muss Ihnen gestehen, ich bin es nicht. Ich habe nicht mal ein Smartphone.
Trotzdem fand ich ihn ganz schön schnieke. Unser Coach hat ihn sich immer ans Shirt geklippt und mir hat das Design sehr gut gefallen. Er ist ganz schmal und unauffällig, nicht so ein Riesenwatz.
Also musste einer her, ich wollte es unbedingt testen, dieses gut designte Schritte-und-Stockwerke-und-Pro Points-und-Wachphasenzählwunder.
Mein alter Schrittzähler war zwar etwas beleidigt, dass er gegen einen Jüngeren ausgetauscht wurde, aber ich war einfach zu neugierig auf diese ganzen Zusatzfunktionen, die das Gerät zu bieten hat.
Diese Neugierde wurde aber erst mal gebremst, denn bevor man zackzack sämtliche mitgezählte Stockwerke rauf- und runterrennen kann, muss man den kleinen Fitbit erstmal aufladen und sich registrieren. Fand ich jetzt nervig. Ich will mich nicht irgendwo registrieren müssen, um etwas nutzen zu können. Auch bin ich kein Mensch, der alle paar Minuten auf sein (eh nicht vorhandenes) Smartphone glotzt, um zu sehen, wie der Hase bzw. man selbst so läuft.
Dafür gibts auch ein kleines Display am Fitbit, auf dem man direkt sehen kann, wie viel man läuft. Das fand ich schon wieder gut. Weil:
Mein Fitbit kommuniziert auch anderweitig mit mir. Das wusste ich nicht. Ich habe ihn hochgehoben und auf einmal stand da auf dem kleinen Display „Juhuuuuu Frollein“ und ich habe zu meinem Fitbit gesagt: „Juhuuuuu Fitbit!“ und war gleich ganz fröhlich.
Dann hat er gemeint „Auf geht‘s Frollein“ und ich hab zu meinem Fitbit gesagt: „Jetzt hetz mich so, Fitbit!“
aber als er dann via Display „Stepgeek Frollein“ hat verlauten lassen habe ich dann aber „ Du Zipfelgesicht, Fitbit!“ zurückgemeckert. Also ehrlich, beschimpfen lasse ich mich nicht von einem kleinen Kastl am Hosenbund, was ist überhaupt ein „Stepgeek“?
Ich hab dann gleich mal nachgesehen und ein „Geek“ ist ein Streber. Ich bin also grob übersetzt ein „Schrittstreber“. So ein Schmarrn!
Aber abgesehen davon, dass er mich hin und wieder als Streber beschimpft, wenn ich ihn hochhebe, haben wir schon unseren Spaß. Vor allem diese Funktion, dass der mir sagt, wie oft ich nachts im Schlaf wach geworden bin, hat mich interessiert. Das hab ich aber nur einmal getestet. Und ich kam zum selben Ergebnis wie der Fitbit: 2-mal. Weil ich aufs Klo musste. Das war jetzt keine Überraschung, weil da war ich ja auch wach und wusste, dass ich wach war.
Außerdem wollte ich ja unbedingt noch wissen, ob er mir am nächsten Morgen dann nicht nur sagt, wie oft und wie lange ich wach war, sondern auch per Display mitteilt „Du schnarchst, Frollein!“ oder „Nicht so spät ins Bett, alte Eule, Frollein!“ oder „Wat, noch 3x umdrehen, nix gibts, raus aus den Federn, Frollein!“ oder zumindest „Das hast Du davon, wenn Du kurz vorm Schlafengehen noch einen halben Liter Wasser trinkst, Frollein!“
Nö, nichts, nicht einmal „Stepgeek Frollein!“ Da war ich dann schon enttäuscht und nach dem Versuch hatten wir dann getrennte Schlafzimmer. Schließlich ist er ja auch ein Schritt- und kein Schäfchenzähler.
Aber generell muss ich schon zugeben, dass mich dieses kleine Kastl, das man sich an den Hosenbund klippt, schon motiviert, etwas mehr zu laufen als gewöhnlich.
Bestes Beispiel: Wenn mein Mister zu mir sagt „Komm, lass uns die Treppen hochlaufen“ sage ich „Pfff“, drücke den Aufzugsknopf, spiele das alte Hase-Igel-Spiel und schreie ihm im oberen Stockwerk angekommen fröhlich entgegen „Ich bin schon da“, während er noch die Treppen hochläuft.
Wenn mir aber mein Fitbit die Stockwerke vorzählt, sage ich „Pfff“ zum Aufzugknopf und laufe die Treppen hoch, so ganz ohne Hase und Igel-Allüren.
Vielleicht sollte ich mir meinen Mann einfach an den Hosenbund knippen, damit er mir dann die gelaufenen Stockwerke vorzählt? Ich weiß jetzt nicht, ob ihm die Idee so gefällt und ob das nicht vielleicht die Nachbarn irritieren könnte, wenn ein großer Mann an meinem Hosenbund hängt und nach jedem Stockwerk 1-2-3 brüllt.
Ich glaube, diese Aufgabe überlasse ich dann doch lieber dem Fitbit.

So, und jetzt muss ich weg, noch ein paar Schritte rumlaufen, nicht, dass dann am Ende des Tages auf dem kleinen Display „Fauler Sack, Frollein, Dir werd ich weiterhelfen“ steht.

Ihr Frollein Stepgeek, das sich von ihrem Fitbit noch ein bisschen durch die Gegend scheuchen lässt

05.08.2015

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